Die Public Website in SharePoint Online fällt weg

Alle Kunden, die im Januar ein Office 365 Plan abonnieren, der SharePoint Online enthält, können keine öffentliche Webseite mehr anlegen. Für alle Kunden, die diese Funktion in ihrem Office 365 Plan nutzen, gilt eine Übergangsfrist von 2 Jahren, also bis Ende 2016. Statt der öffentlichen Webseite basierend auf SharePoint wird es in Zukunft die Anbindungsmöglichkeit an Drittanbieter Herstellerlösungen geben. Welche das sein werden, ob diese Kostenpflichtig zum Abonnement dazu gebucht werden, all das wird Anfang Januar 2015 bekannt gegeben.

Ich selbst habe in meiner öffentlichen Autorenwebseite, die auf dem Office 365 Small Business Plan läuft, von Anfang an für die aktuellen Meldungen meinen WordPressblog verlinkt. Auch schaue ich mir gerade die Webseitenlösungen an, die über Azure zur Verfügung stehen. Ich könnte mir vorstellen, dass es dort in Zukunft den Anknüpfungspunkt gibt, zumal das Active Directory für die Office 365 Pläne, mit den Anmeldungen zum Dienst, auf Azure läuft.image

Ich bedauere die Entscheidung des SharePoints Team sehr. Von Anfang an hat Microsoft immer wieder betont, dass dieser Bereich von SharePoint nie zu den eigentlichen Schwerpunkten zählte. Basierend auf den Webprotokollen, ist die Zielsetzung von SharePoint eine webbasierte Plattform zur Verfügung zu stellen, auf die von überall mit jedem Webbrowser zugegriffen werden kann. Innerhalb von SharePoint erfolgt die intelligente Ablage von Informationen, können Arbeitsprozesse automatisiert werden, Projekte gesteuert, externe Mitarbeiter eingebunden werden. Der Schwerpunkt ist also die Zusammenarbeit von Arbeitsteams über alle Grenzen hinweg und auch über Unternehmensgrenzen hinaus. Die Sicherheit steht dabei an oberster Stelle und hier sieht das Entwicklungsteam von SharePoint seinen Schwerpunkt. Eine öffentliche Webseite benötigt eine andere Infrastruktur, die einen leichten, anonymen Zugriff auf die Inhalte zu lässt. Das steht im Gegensatz zu dem was SharePoint zur Verfügung stellen möchte.

Für mich war es daher immer klar, dass die öffentliche Webseite unter SharePoint nur eine eingeschränkte Funktionalität zur Verfügung stellt. Mein Gedanke war, in Form eines Baukastensystems, mein Wissen aus der Gestaltung und Funktionalität einer Teamseite, auch gleich für meine Webseite zu verwenden. Das machte für mich den Charme der Lösung aus. Dafür habe ich viele suboptimale Gestaltungs- und Funktionsmöglichkeiten in Kauf genommen, die Lösungen von Drittanbietern, die auf das Thema öffentliche Webseiten spezialisiert sind, locker anbieten. Kleine Unternehmen hatten die Chance überhaupt erst einen eigenständigen Webauftritt zu gestalten und ohne kostenmäßigen Mehraufwand, über die gleiche Struktur zur Verfügung zu stellen, wie sie es bei der Nutzung einer SharePoint Teamseite gelernt haben.

Einer der wichtigsten Aufgaben, wie ich finde, ist die Vereinfachung der IT, durch die Zusammenführung und Verbindungen der einzelnen Funktionsbereiche in einem Portal von dem ich aus alles steuern kann. Das ist auch die Vision, die für mich hinter Office 365, am stärksten ist. Menschen die Möglichkeit zu schaffen, mit einfachen Werkzeugen die IT für ihre Zwecke sicher zu verwenden. Ohne dass sie IT-Experten sein müssen.

Betrachte ich die Entwicklung von Office 365 insgesamt, angefangen bei der Business Productivity Online Suite 2009 bis heute, überrascht mich die Entscheidung des Entwicklerteams von Microsoft nicht. Die Offenheit mit anderen Anbietern zusammenzuarbeiten, eine Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, die Kunden, nach ihren Wünschen gestalten und verwenden können, bedeutet auch einzugestehen, dass das eigene Angebot, die Bedürfnisse der Kunden nicht zufriedenstellen kann. Warum also nicht an dieser Stelle mit den Anbietern zusammenarbeiten, die sich auf dem Markt bewährt haben und diese geschickt anzubinden. Das die Webfunktionalität von SharePoint weit hinter den anderen Lösungen zurücklag, führte dazu, dass nur wenige Kunden überhaupt diese Lösung nutzten. Der verkündete Schritt ist also nur eine sinnvolle und logische Konsequenz aus den Marktgegebenheiten. Schade, ist es trotzdem.

Link zu dem Knowledge Base Artikel (englische, weil die deutsche Übersetzung seltsam klingt):

Informaton about upcoming changes to the SharePoint Online Public Website

Kerstin Rachfahl
 

Kerstin Rachfahl ist Internationale Betriebswirtin (IBS) und eine der geschäftsführenden Gesellschafter der Rachfahl IT-Solutions GmbH. Sie ist für den kaufmännischen Bereich des Unternehmens verantwortlich. Ihre Themen in den Blogs sind Cloud Computing und Microsoft Lizenzierung.

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