Archive

Category Archives for "Videointerviews"

Videointerviews mit MVPs, Anbietern und anderen Experten rund um das Cloud Computing

Interview mit Nicki Borell zu seinem Buch: Disruption – Das Spiel mit Technologien und Paradigmen

DisruptionSchon als mir Nicki von seinem Buchprojekt erzählte, konnte ich es kaum erwarten es zu lesen. Natürlich lesen sich Sachbücher nie so schnell wie Belletristik. Doch zu meinem eigenen Erstaunen, las ich das Buch von vorne bis hinten durch. Das passiert mir bei Sachbüchern selten. Meine Rezension könnt ihr auf Amazon lesen.

Viel spannender war es jedoch auf der diesjährigen MVP-Summit mit Nicki ein Interview zu seinem Buch zu machen. Da konnte ich dann noch Fragen stellen, die mich nach dem Lesen interessierten.

Hört doch einfach mal rein und erfahrt, warum soviele SharePoint Projekte scheitern. Was lernen die Entwickler der Lösung daraus und was die Kunden?

Ich finde, dass wir in einer total spannenden Zeit leben. Auf der einen Seite ist die Technologie ein Treiber für ein selbstbestimmtes Arbeiten und Leben. Sie bietet mir kreativen Freiraum, öffnet mir zuvor verschlossene Märkte und vernetzt mich mit der Welt. Das diese Freiheit in positiven wie im negativem Sinne genutzt werden kann, löst eine heiße Kontroverse aus zwischen denen, die den Freiraum schützen und denen die ihn Kontrollieren wollen.

Interessanterweise gilt das für die Unternehmen selbst, genauso wie für die Politik. Es gehört Mut dazu Kontrolle abzugeben und die Mitarbeiter/Bürger hinter einer gemeinsamen Vision zu vereinigen.

Aber das ist eine andere Diskussion. Viel Spaß bei dem Interview.

 

Mark Minasi – ein Leben in der IT

Videoabspielen-MarkAuf der Microsoft Ignite 2015 in Chicago, bekam ich die Gelegenheit ein Interview mit Mark Minasi zu führen. Mark ist ein bekannter Buchautor, Sprecher sowie Consultant zur Microsoft Software und seit 2003 jedes Jahr mit dem Microsoft Most Valuable Professional Award ausgezeichnet worden; sein aktueller Schwerpunkt ist Powershell und da das eine immer wichtigere Rolle in der Cloud spielt, war das Interview eine tolle Gelegenheit mehr über das Thema zu erfahren. Wenn zwei Menschen zusammen kommen, die sich gut verstehen, passiert es schon mal, dass wir das Thema erweitern und so kam es, dass Mark ein wenig Einblick in sein privates Leben gegeben hat, von den Anfängen bis zu den heutigen Herausforderungen in der Cloud.

Seinen ersten Computer kaufte sich Mark am 12. November 1973. Damals noch in der High School, besuchte er gleichzeitig die Saturday University Class mit dem Schwerpunkt Science & Technology. Dort durfte er seine erste Programmiererfahrungen sammeln, mit FOCAL (Forty One Calculator Language), eine Sprache für die damaligen HP Taschenrechner. Die Begeisterung erfasste ihn mit der Vision, was mit einem Computer alles möglich werden kann und das wir es mit dem Code steuern können. Heute, mit den neuen Programmiersprachen, lassen sich eigene Apps entwickeln und dafür gibt es viel coole Ressourcen. Mark vergleicht das Programmieren mit dem Lösen eines Kreuzworträtsel, mit dem Unterschied, dass eine Programmierung am Ende etwas für dich macht, woran du Spaß hast oder das dich bei deiner Arbeit unterstützt.

Für Lehrkräfte empfehle ich die Seite Hour of Code, wo Ressourcen bereitgestellt werden, um Schülern das Thema Programmierung näher zu bringen.

Powershell spielt bei Office 365 eine immer wichtigere Rolle. Obwohl uns inzwischen ein übersichtliches Administrationsportal zur Verfügung steht, sogar als App für Smartphones, gibt es Aufgaben, die sich einfacher mit Powershell lösen lassen. Immer dann, wenn es beispielsweise um eine Automatisierung geht, Massenänderungen für die Benutzer oder komplexere Aufgaben, die häufiger vorkommen; hier ist Powershell das ideale Werkzeug.

Office Graph ist ein Machine Learning Programm, das über den Microsoft Einkauf von Yammer, in Office 365 Einzug gehalten hat. Grob gesagt, sammelt es Signale von unterschiedlichen Programmen, die dann z.B. bei Delve dafür verwendet werden dem Benutzer in einem Dashboard für ihn interessante neue Aktivitäten zu für ihn relevanten Themen automatisch zur Verfügung zu stellen. Dabei lernt Office Graph was für mich relevant ist, durch meine Interaktion, während der Arbeit. Gleichzeitig stellt er eine Schnittstelle zur Verfügung, die ich für die Programmierung meiner Apps verwenden kann. Genau das ist ein nächstes Fun Projekt von Mark, die Schnittstelle von Office Graph mit Powershell anzusprechen.

So cool ich finde, was Office Graph macht und wie es meine Arbeit erleichtern kann, löste es bei mir gleichzeitig auch Bedenken aus. Die Möglichkeiten mit einem Excel Programm Massendaten auszuwerten zeigt, wie mächtig die Software geworden ist und das sollte uns immer bewusst sein. Mark bremste mich bei dem Thema, denn er weiß durch seine frühere Arbeit, wo er Modelle für wirtschaftliche Vorhersagen entwickelt hat, dass ein fundiertes Wissen notwendig ist, um statistische Auswertungen zu erhalten, die aussagekräftig sind. Deshalb finden wir beide es wichtig, dass sich Jugendliche für das Thema Programmierung begeistern können.

Statistiken und ihre Aussagekraft sind ein weiteres spannendes Thema, dass uns auf Abwege gebracht hat. Dabei zitiert Mark die Kernaussagen zweier interessanter Umfragen zur Cloud. Ich lag mit meiner Schätzung richtig, dass etwa 20% der Unternehmen in Zukunft, keine eigene Serverinfrastruktur mehr verwenden werden. Sicherheit hin, Sicherheit her, die Möglichkeiten als kleines Unternehmen, auf einfachem Weg, Enterprise Serverstrukturen über die Cloud zu nutzen, sind genial. Er zitiert aber auch eine Statistik, wo die Gründe benannt sind, weshalb sich Unternehmen entscheiden wieder aus der Cloud auszusteigen.

Mark ist ein Verfechter, dass jedes Unternehmen bei einer in-die-Cloud-Strategie auch ein aus-der-Cloud-Strategie  durchdenken sollte. Spätestens da zeigt sich die Stärke der Microsoft-Lösung, die einen Wechsel von der einen Lösung zu der Anderen möglich macht. Entgegen anderer Cloudlösungen ist halt Microsoft weiterhin ein On-Premise Anbieter. Das Angleichen der Technologie von der Cloud und der On-Premise-Infrastruktur ist ein wichtiger Schritt, den Microsoft vor allem in den nächsten zwei Jahren mit solchen Produkten wie Azure Stack weiter verfolgen wird. Irgendwann ist es dann egal, wo unsere Systeme laufen und im Idealfall können wir sogar parallel eine Private oder Public Cloud Lösung nutzen.

Kaum sind wir bei Azure angelangt, kommen wir auch zu dem Azure Media Service und damit zu meinem absoluten Lieblingsprodukt Sway. Marks Traum, dass er eines Tages in einen Vortrag geht, sein Smartphone kurz hochhält und dann alle Teilnehmer die Präsentation auf ihrem Telefon zur Verfügung haben, ist Realität. Sway kann aber noch viel, viel mehr.

Auf unserem MVP-Fusion Online Event könnt ihr in meiner Session einen Eindruck von Sway erhalten, aber vor allem Ideen bekommen, wozu es sich alles nutzen lässt. Hier geht es zur Anmeldung für das Online Event.

Schaut Euch das Video an es ist wirklich ein unterhaltsamer Rundumschlag über die neusten Trends in der IT.

Apps für SharePoint Online

DanielWVBeitragAuf der Office 365 Konferenz (09.-10.01.2015 in Köln) hatte ich die Gelegenheit mit Daniel Wyss über den Paradigmenwechsel in der SharePoint Entwicklung zu sprechen. Daniel ist seit langer Zeit Entwickler und seit etwas 6-7 Jahren beschäftigt er sich intensiver mit der SharePoint Entwicklung. Er hat in dem Bereich von SharePoint Solutions für Dossier Management ein Framework aufgebaut sowie weiterentwickelt und setzt sich gerade mit der Umstellung auf SharePoint Online auseinander.

Ist die Umstellung der Inhouse Lösung in die Cloud sinnvoll?

Mit dem App Modell kommen für ihn ganz neue Ansätze und Technologien ins Spiel. Auf der eine Seite stellt es einen großen Wechsel dar, auf der anderen Seite liegt dort eine große Chance. Die Herausforderung besteht in dem unterschiedlichen Ansatz. Bei einer eigenen Infrastruktur basierend auf einer Farmlösung, konnten bei der Programmierung massive Eingriffe über die Serverstruktur vorgenommen werden, die so in einer gehosteten Lösung nicht möglich sind. Bei der Programmieurng geht es also von einer Serverlösung hin zu einer Clientlösung. Deshalb ist der Ansatz von einer bestehenden Inhouse entwickelten Lösung zu einer Cloudlösung zu wechseln kein sinnvoller Weg. Stattdessen ist der Businessansatz gefragt. Also was bietet eine Cloudlösung im Gegensatz zu einer Inhouse Lösung? Ist eine Ergänzung aufgrund der Möglichkeiten, die die Cloud für das Business bringt, ein interessanter Ansatz.

Die Cloud für die Entwickler

Für die Entwickler selbst bietet die Cloudlösung ungemeine Vorteile. Eine Entwicklungsumgebung ist innerhalb weniger Minuten aufgebaut. Es stehen aktuelle Tools zur Verfügung, wie z.B. die Java Script Library und natürlich kann das ganze durch Azure Angebote ergänzt werden. Statt also sich mühselig mit der Lizenzierung, Installation und Konfiguration von SharePoint zu beschäftigen, kann der Entwickler direkt mit seiner Arbeit beginnen.

Mehr Offenheit

Mit SharePoint Online ist die Umgebung offener geworden. Es können Standardsprachen wie HTML oder JavaScript für die Entwicklung verwendet werden. Gab es früher nur einen kleinen Kreis von Entwicklern die sich in der SharePoint Community austauschten, so kann heute das Wissen aus dem Webdesign nach SharePoint übertragen werden. Im Zuge des Generationswechsel und dem damit einhergehenden Mangel an Programmieren, ist das in meinen Augen, ein vernünftiger Weg.

Am Ende sprechen wir über die Entstehung neuer intuitiver Sprachen wie Jumpstart, Kodu oder Scratch, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die eine visuelle Progammierung ermöglicht, die nicht nur Jugendlichen den Einstieg in diese Welt vereinfacht, sondern auch mir hat die Programmierung so wieder Spaß gemacht. Auf der Ignite stolperte ich dann über das Projekt Sienna, was denselben Ansatz verfolgt.

Also hörte einfach mal rein, was sich so in der Programmierung für SharePoint so alles verändert. Vielleicht gehört ihr ja dann bald selbst zu den App-Entwicklern für SharePoint Online.

Linksammlung zum Videointerview:

Videointerview: Christian Groß Self-Service Site Provisioning

ChristianGVBeitragSeit drei Jahren ist Christian Groß Geschäftsführer von Solutions2Share. In seinem Vortrag auf der Office 365 Konferenz (09.-10.01.2015 in Köln bei Microsoft) setzte er den Schwerpunkt auf Self-Service Site Provisioning in SharePoint Online, Office 365 und Hybrid. Die erste Frage, die sich für mich stellte war:

“Was kann ich mir unter Site Provisioning vorstellen?”

Über ein Management Tool, nämlich den Collaboration Manager können Unternehmen Standard Templates für SharePoint zur Verfügung stellen. Ohne dass diese Administrationsberechtigungen benötigen, sind sie in der Lage neue Webseiten und Unterwebseiten für ihr SharePoint zu erstellen. Grundsätzlich gibt es bei SharePoint Online ein paar Standardvorlagen. Mitarbeiter benötigen aber Administrationsrechte, um diese zu verwenden. Ändern sich die Vorlagen, werden nur die neu erstellten Webseiten verändert, während die Bestehenden so bleiben. Die Konsequenz aus dieser Art der Webseiten Erstellung ist ein Wildwuchs an Seiten, bei dem manchmal sogar für dasselbe Projekt mehrere Seiten erstellten werden, weil die vorhanden nicht auffindbar sind.

Mit dem Collobaration Manager kann der IT-Administrator eigen erstellte Vorlagen zur Verfügung stellen. Änderungen an dem Template, wirken sich sowohl auf die bestehenden, als auch neu erstellten Seiten aus. In Abhängigkeite von dem was der Mitarbeiter machen möchte, wird ihm eine optimale Vorlage vorgeschlagen. Durch die Verbindung mit einem Workflow zur Genehmigung der neuen Seite, kann doppelter Inhalt vermieden werden. So existiert eine gewisse Strukturierung der SharePoint Seiten.

Wie war der Umstieg auf das Development von SharePoint Online?

Für die Entwickler ist es ein vollständig anderes Produkt. Sie konnten nichts übernehmen, mussten das Produkt komplett neu programmieren, neue Schnittstellen schaffen und alles basiert auf JavaScript. Sie haben versucht, dass die Oberfläche des neue Online Produktes genauso aussieht, wie in der On-Premise Version, so dass die Umstellung nicht so schwer ist. Bei der Entwicklung für die Online Welt, standen sie vor ganz anderen Herausforderungen.

Wer gerne den Collobaration Manager testen möchte, kann das tun, denn das Produkt ist für bis zu 50 Benutzern völlig kostenfrei, was ich ein echt cooles Angebot finde. Gerne hätte ich ihn noch getestet, doch meine Arbeitstage sind zur Zeit noch so vollgestopft, dass ich es wohl erst im Sommer schaffen werde.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Schauen des Interviews und würde mich über Likes und das Teilen sehr freuen.

Videointerview: Benedict Berger–Multifaktor Authentifizierung in Office 365

BenedictBVBeitragEigentlich ist Benedict ein Infrastruktur ITler, MVP für Hyper V, der vor Allem in der Virtualisierung zu Hause ist. Doch auch unsere “legacy” Guys kommen immer häufiger mit der Cloud in Berührung; wie Carsten so schön sagt: “Ohne uns gäbe es keine Cloud.”

Bei Projekten hat Benedict die Vorzüge von hybriden Cloudlösungen kennengelernt. Wenn es um Sicherheit geht, ja und jetzt wird es spannend, findet Benedict, dass die eigene Infrastruktur durch die Cloud besser abgesichert werden kann.

Mehr Sicherheit in der eigenen Infrastruktur dank der Cloud?

Fast alle Cloud Dienste von Microsoft arbeiten mit Azure Active Directory. Wann immer Sie sich mit einem Benutzernamen und einem Passwort bei Office 365 anmelden, erfolgt dies über Azure AD. Sie können es also als ein globales Benutzerverzeichnis betrachten, dass dementsprechend besonders geschützt sein muss. So wie bei einer Cloudlösung, müssen die Benutzeridentitäten in einer eigenen Infrastruktur geschützt werden. Ein Benutzer, der schwache Passwörter einsetzt, ist immer noch die häufigste Ursache für einen Dateneinbruch. Oft werden dieselben Passwörter für mehrere Onlinezugänge verwendet. Wird einer von diesen gehackt, sind direkt alle Zugänge gefährdet. Bei Azure AD und damit auch kostenfrei für Office 365 verfügbar, kann ich die Multifaktorauthentifizierung (MFA) aktivieren. Ein zweiter Faktor ist allerdings notwendig, um die Authentizität des Benutzers zu bestätigen. Das kann eine SMS, ein Anruf oder ein App auf dem Smartphone sein. Über die Hybrid-Lösung d.h. die Synchronisation des internen Active Directories mit dem Azure AD, wird dieses Vorgehen für die eigene Infrastruktur, aktiviert. Benedict erzählt in dem Video, wie es in seinem Unternehmen bei dem Remote Zugriff auf die Laborumgebungen eingesetzt wird.

Smartphones der geniale zweite Faktor

Die Mitarbeiter eines Unternehmens besitzen alle ein Handy/Smartphone. Es ist der Gegenstand, den die Menschen ständig mit sich herumtragen. Okay – ich weiß, was mein Mann jetzt sagt, Ausnahmen bestätigen die Regel. Solange mein Gerät jedoch bei mir auf dem Tisch liegt, kann niemand ohne meine Bestätigung Zugang zu meinen Benutzerkonto erhalten. Das ist auch für die Administratoren leicht, denn sie müssen keine Smartcard mehr konfigurieren und sie dem Benutzer zur Verfügung stellen. Sie aktivieren den Dienst einfach im Administrationsportal. In seinem Vortrag hat Benedict gezeigt, wie das in 3-4 Minuten eingerichtet werden kann und in Office 365 handelt es sich, wie gesagt, um eine kostenfreie Funktion.

Wie ist die Akzeptanz bei den Kunden für die Mulitfaktorauthentifizierung?

Inzwischen sehr gut. Vor Allem seit neue Funktionen hinzugekommen sind. So kann ich eine Dauer angeben, wie lange ich mich nach einer Anmeldung, nur mit meinem Passwort, von einem bestimmten Gerät (z.B. meinem Surface) anmelden kann. Oder ich definiere, dass der Zugang von meinem Büronetzwerk generell ohne MFA erfolgt. Die Akzeptanz bei den Benutzern ist dadurch höher weil es für sie eine viel einfachere Vorgehensweise ist, als sich alle zwei Monaten ein neues komplexes Passwort auszudenken, dass erst wieder in einem halben Jahr erneut verwendet werden kann.

Link:

Das Videointerview:

Videointerview: Toni Pohl–Mastering Office 365 Development

ToniPVBeitragSo, kommen wir zu den Entwicklern in meiner Videoreihe zu der Office 365 Konferenz (09.-10.01.2015 in den Räumen von Microsoft Köln) und wir starten mit Toni. Sein Thema: Mastering Office 365 Development. In seinem Vortrag ging es darum Office 365 aus der Sicht des Entwicklers zu betrachten. Er findet, dass Software as a Service ein spannendes Thema ist. Sein Schwerpunkt lag darin, wie der Developer an die Funktionen von Office 365 andocken kann, um so die eigenentwickelten Apps zu bereichern oder Anpassungen für den Kunden vorzunehmen.

Die größte Herausforderung bei Office 365 aus der Sicht des Entwicklers?

Unternehmen verfügen über viele eigenentwickelte Lösungen, die sie weiterhin gerne benutzen möchten. Die Akzeptanz von Office 365 in den Firmen und die hybriden Installationen führen zu dem Bedarf, die Inhouse-Entwicklungen an die Cloudservices anzupassen und das ist ein längerer Prozess. Ich finde, er wirft hier ein wichtigen Punkt auf. Gerade im Mittelstand, kann ein Unternehmen nicht von heute auf morgen in die Cloud wechseln. Aus technischer Sicht klappt das. Aber es gibt etablierte Prozesse, die beachtet, integriert oder umgestellt werden müssen. Ein Unternehmen das frisch mit der IT startet oder aufrüstet, um die Möglichkeiten, die Office 365 bietet zu nutzen, hat es da einfacher.

Toni ist zwei zwanzig Jahren Entwickler. Für die Cloud Lösungen bereitzustellen, bedeutet auch für die Developer eine Umstellung. Die Cloud zwingt zur Standardisierung, gleichzeitig müssen neue Einflüsse auf die Programmierung beachtet werden z.B. das Throttling frei übersetzt “das Drosseln des Durchflusses”. Oder mit einem Beispiel: Die Abfrage einer App konsumiert 50.000 Datensätze und jetzt meldet der Dienst zurück: “Hey du musst eine Pause einlegen, bevor die weitere Datensätze abrufen darfst.” So gibt es viele Kleinigkeiten, die im ersten Moment gar nicht ins Auge fallen, bei der Programmierung, aber zu beachten sind. Dafür stehen neue Möglichkeiten zur Verfügung, von denen ein Entwickler nur Träumen kann. So braucht er sich z.B. keine Gedanken über Storage zu machen. Er nutzt das Cloud Angebot, startet mit einem Low-cost Ansatz und steigt der Bedarf, erhöht er einfach den Speicherplatz.

Ein weiteres Thema, was die Entwickler beschäftigt ist die Sicherheit. Die Nutzung der Cloud Services führt zu erhöhten Anforderungen. Die Kommunikation zum Internet läuft nur über https. Alles anderer lehnen die Dienste ab. Genauso muss man sich Gedanken zum Identity Management machen. Ich finde das eine großartige Entwicklung, denn jede Software, auch die, die nur auf dem eigenen Serversystemen läuft, kann zu einem Angriffsziel mutieren, werden die Sicherheitsthemen nicht beachtet.

Zwei Jahre in Folge ist Toni nun MVP für Windows Platform Development. Grundsätzlich sieht sich Toni aber als ein Generalist, der für Alles Programme entwickelt. Zusammen mit Martina Grom (MVP für Office 365) führt er das Unternehmen www.atwork.at mit dem Schwerpunkt auf Office 365 und Azure Development, eben alles rund um die Cloud Szenarien.

Linkliste

Videointerview: Siegfried Jagott Hybrid und Office 365–Migration von Public Folder

SigfriedJVBeitragSiegfried Jagott, seit drei Jahren in Folge, mit dem MVP Award für Exchange ausgezeichnet, hatte in seinem Vortrag auf der Office 365 Konferenz (09.-10. Januar bei Microsoft Köln) den Schwerpunkt auf die Public Folder gelegt. Bis vor zwei Jahren existierte in der Exchange Online Welt keine Möglichkeit die Public Folder zu nutzen. Damit war für alle Kunden, die diese Funktion verwendeten, der Weg in die Cloud versperrt. Die Public Folder erhielten in Office 365 durch Kundendruck Einzug.

Worum geht es bei Public Folder?

Die Public Folder bieten Mitarbeitern die Möglichkeit, einen Ordner innerhalb der Organisation zu erstellen, auf den alle gemeinsam zugreifen können und E-Mails ablegen. Im Gegensatz zu einem freigegebenen Postfach, laut Siggi, können die Public Folders mehr Daten enthalten und eine größere Anzahl von Benutzern kann darauf zugreifen.

Aufbau des Hybrid Szenarios

Ein Unternehmen, das mit dem Gedanken spielt, Office 365 für eine Anzahl von Benutzern einzuführen, kann eine hybride Umgebung aufbauen. Das bedeutet dass nicht alle Postfächer in die Cloud wandern, sondern nur ein Teil. Hierfür müssen einige Vorrausetzungen geschaffen werden. Drei Stichwörter spielen dabei eine Rolle.

  1. Active Directory Synchronization (DirSync)
  2. Federated Trust
  3. Zertifikate

Mit Hilfe des Hybrid Configuration Wizard (HCW) lassen sich Teile des Prozesses automatisieren. In dem Moment wo die Hybrid Konfiguration steht, können Postfächer von Benutzern in die Cloud verschoben werden. Die Public Folders bleiben auf der On-Premise Infrastruktur, Exchange Online erkennt, dass es die Ordner gibt und ohne das Daten verschoben werden, erhalten die Benutzer weiterhin Zugriff auf diese Struktur. Genauer erklärt Siggi das in seinem Vortrag auf der TechEd North America 2013 (siehe unten die Linkliste).

Der Charme eines Hybrid Szenarios

Das Unternehmen behält die Kontrolle, welche Daten und Postfächer in die Cloud wandern. Eine Rückführung in die On-Premise Struktur ist möglich. Sie können umfassend testen, was es bedeuten würde, die Infrastruktur komplett nach Office 365 zu verlegen.

Die Herausforderung eines Hybrid Szenarios

Es ist eine komplexere Infrastruktur. Die Überwachung muss den neuen Aufbau berücksichtigen. Fehler können an anderen Stellen entstehen, als bisher.

Linkliste:

Videointerview: Raphael Köllner Jura und IT

RaphaelKVBeitragFür mich ist es immer völlig spannend, mich mit Raphael zu unterhalten. Sein Vortrag auf der Office 365 Konferenz (9.-10. Januar bei Microsoft in Köln), ging über: Office 365 Yammer & Co. in Deutschland? Jura und IT. Die meisten Menschen denken bei Recht – argh wie langweilig. Das liegt daran, dass so viele Regelungen existiert, dass wir als Unternehmer im normalen Arbeitsalltag uns oft überfordert fühlen. Raphael, finde ich, führt uns erstaunlich leicht an das Thema heran. Empfehlenswert vor allem seine Checkliste, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, aber einen super Leitfaden abgibt, für die Entscheidung Clouddienste im Unternehmen zu nutzen.

Raphael arbeitet in einer internationalen Anwaltskanzlei in dem Aufgabengebiet Cloud Computing, Datenschutz, Datenrecht, Urheberrecht, Lizenzrecht und was noch alles an dem Thema dranhängt. In seinem Vortrag hat er auch das neue ISO-Zertifikat für den Datenschutz vorgestellt. Wenn wir über Cloudcomputing sprechen, geht es nicht allein um die Technologie, die dahinter steht oder die Kommunikationsprozesse. Es geht vielmehr um die juristischen Regelungen die Inhouse, bei der in Anspruchnahme von Clouddiensten oder beim Outsourcen von IT-Prozessen auftreten. Neben den deutschen Gesetzen, berühren wir hier europäische und internationale Regelungen, die wir beachten müssen. Dabei spielen nicht nur Schadensersatzansprüche eine Rolle, die finanziell schmerzhaft sein können, sondern eben auch Haftungsrechtliche. Deshalb ist die Checkliste von Raphael so interessant.

Als nächstes wenden wir uns in unserem Gespräch dem Urheberrecht zu, dass ja bei einer sozialen Plattform wie Yammer zum Tragen kommen kann. Yammer kann entweder rein in einem Firmennetzwerk betrieben werden oder so, wie das Office 365 Network von Microsoft, international Menschen mit verschiedenen Interessen und Expertisen zum Diskussionsaustausch zusammenbringen. Der erste Unterschied zu anderen Social Plattformen ist, das die Verfügungsmacht über die Daten bei dem Kunden bleiben. Lösche ich mein Netzwerk oder Daten, sind sie wirklich gelöscht.

Was ich gar nicht mehr wusste ist, dass wir uns in dem Interview über die Urheberrechtsverletzungen bei Facebook unterhalten. Das Teilen von Bildern, verändern von Bildern mit Texten, Artikel, Zitate aus Büchern und was es so alles gibt. Die Realität hat uns eingeholt, denn es gab das erste Urteil für eine Facebook Nutzerin, die ein Bild teilte aus einer Zeitung, wo hinterher eine Klage vorlag. Das Gesetzt hält derzeit mit der Realität und den gesellschaftlichen Veränderung nicht mehr Schritt. Doch die Justiz ist und muss langsam sein, denn Änderungen ziehen weitreichende Konsequenzen nach sich.

Hört einfach mal in das Interview rein. Euch allen frohe Ostern.

Linkliste:

Der Blog von Raphael

Das Material zu seinem Vortrag zum Download

Folgt Raphael auf Twitter

1 2 3 6