Verfasst von : 735 * gelesen
In den letzten Tagen habe ich mich mit dem erweitertem Archive von Office 365 beschäftigt, also der Archivierung von allen ein- und ausgehenden Mails, da Nils Kappen ja schon auf die lokale Archivierung eingegangen ist. Dabei kamen mir die Fragen auf, wie ich es aktiviere, was im Folgenden passiert und schließlich, wie ich Mails wiederherstellen kann. In diesem Beitrag möchte ich einmal alle Schritte bebildert darstellen, da es doch die ein oder andere Hürde zu überwinden gab.
Nutzen Sie einen der E-Pläne oder den Einzeldienst Exchange Online P2 und haben die “Exchange Online-Archivierung” dazu erworben ( was für dieses Vorgehen Voraussetzung ist ) muss natürlich erst die entsprechende Lizenz den entsprechenden Benutzern zugewiesen werden, was unter den Eigenschaften jeden Benutzers einstellbar ist.
Im nächsten Schritt muss in der Exchange Verwaltung für jeden Benutzer das Beweissicherungsverfahren aktiviert werden. Dies funktioniert in den Postfachdetails eines jeden Benutzers, unter dem Punkt Postfachfeatures, wie auch rechts auf dem Bild zu erkennen ist.
Wenn diese Einstellungen gespeichert worden sind, kann es bis zu 60 Min. dauern, bis die Regel greift. Bei mir war es allerdings schon nach 1. Min. der Fall. Jetzt können E-Mails auch schon gesucht und wiederhergestellt werden.
Das funktioniert in der Exchange Organisations-verwaltung, in den E-Mail Steuerelementen, unter dem Reiter Ermittlung. Mit Klick auf Neu kann es auch schon los gehen.
Sie sehen den Reiter Ermittlung nicht? Versuchen Sie es mal mit dem Internet Explorer (hat mich mehrere Stunden gekostet das herauszufinden, mittlerweile zeigt es auch der Firefox an)
Das nächste Fenster erklärt sich eigentlich von selbst. Hier werden die spezifischen Suchoptionen eingegeben, nach denen man filtern möchte, außerdem wird der Zielname festgelegt. Die Erklärungen in jedem Bereich erläutern, meiner Meinung nach, recht gut die einzelnen Bedeutungen der Felder, womit man sich gut zurecht findet. Man kann auch noch eine Benachrichtigung senden lassen, sobald die Suche abgeschlossen ist, was natürlich seine Zeit dauern kann, ganz abhängig von der Größe des Postfaches.
Sobald der Vorgang abgeschlossen ist, taucht unter dem Reiter Ermittlung die Suche auf, welche man vorher gestartet hat. Wenn diese markiert ist und man im rechten Bereich auf öffnen klickt, geht das OWA von der “Discovery Search Mailbox” auf, in welchem man die Mails begutachten kann, welche gefunden und auch wiederhergestellt wurden. (zu finden im Ordner, welchen man zuvor angegeben hat.
Jetzt sind die Mails schon einmal wieder in der Recovery Mailbox vorhanden. Wie bekommt man diese aber wieder zum Benutzer, welcher diese wiederhergestellt haben möchte? Das funktioniert mit der Hilfe der PowerShell. Um diese aber richtig nutzen zu können, müssen wir uns zuvor die passenden Rollen vergeben, denn auch als Administrator hat man nicht unbedingt die dafür Notwendigen zugewiesen. Genau die benötigten 2 fehlen nämlich in der Gruppe “Organisation Management” in welcher die
Administratoren sind. Deshalb habe ich eine neue Rollengruppe erstellt mit dem Namen Postfachwiederherstellung. Die Rollen Mailbox Import Export und Mailbox Search müssen hinzugefügt werden und natürlich der Benutzer, der die Berechtigung der Wiederherstellung erhalten soll, in meinem Fall mich.
Diese beiden Rollen befähigen uns im Späteren den Befehl Search-Mailbox auszuführen und die fehlenden E-Mails damit wiederherzustellen.
Da jetzt alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann es mit der PowerShell los gehen, welche mit Administrator Rechten gestartet werden muss! ( also Rechtsklick –> Als Administrator ausführen )
Als erstes geben wir nun einer Variablen unsere Login Daten, mit dem Befehl:
Worauf sich eine Eingabemaske öffnet, in welcher wir unsere Office 365 Anmeldedaten eingeben.
Die Nächste Codezeile lautet folgendermaßen, um uns bei Office 365 anzumelden:
Nun müssen wir die PowerShell-Befehle aus Office 365 auf unseren Client übertragen, wozu wir kurzerhand eine Policy außer Kraft setzen müssen ( zumindest war das bei mir der Fall, Sie können es ja vorerst ohne den nächsten Befehl probieren ), da der Import sonst nicht erfolgen kann, mit:
Dies muss dann mit Eingabe von “J” bestätigt werden. Es darf keine Fehlermeldung erscheinen.
Jetzt können die Befehle importiert werden mit:
Jetzt sollte die Policy wieder in Kraft gesetzt werden, was wieder mit “J” bestätigt werden muss:
Mit dem letzten Befehl können nun die E-Mails in die richtige Mailbox kopiert werden, dabei habe ich den gleichen Suchbegriff, wie schon in der Exchange Verwaltung verwendet.
Hierbei muss natürlich Suchbegriff durch den Suchbegriff und Username durch den Benutzernamen getauscht werden, zu welchem die Sicherung kopiert werden soll. Diesen konnten wir z.B. eben beim Erstellen der Postfach-Wiederherstellungs-Rolle einsehen, in meinem Fall müsste f.leber eingegeben werden.
Das Ziel kann auch noch hinter TargetFolder spezifiziert werden. Im Posteingang sollte dann bald ein neuer Ordner erstellt werden, was ungefähr so aussehen sollte, wie rechts im Bild.
Nun kann sich der jeweilige Benutzer die entsprechenden Mails zurück in seinen Posteingang kopieren.
Das ganze ist vielleicht bei der ersten Durchführung ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber wenn man einmal weiß wie es funktioniert auch kein Hexenwerk mehr ![]()
Ich hoffe Ihnen ein wenig mit diesem Artikel weitergeholfen und eventuell den ersten Einblick in die Powershell Möglichkeiten gegeben zu haben. In diesem Sinne, bis zum nächsten Artikel ![]()
Unter: News
Über den Autor: Felix Leber ist ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration. Seine Ausbildung hat er im Sommer 2012 abgeschlossen, seitdem arbeitet er bei der Rachfahl IT-Solutions GmbH & Co. KG.
Felix Leber ist unter anderem Microsoft Certified Windows Server 2008 Enterprise Administrator.
Guten Tag
Vielen Dank für den spannenden Beitrag. Hätte noch eine kleine Ergänzung zu den Lizenzen, die bei mir für Verwirrung gesorgt hat:
Die Option “Exchange Online-Archivierung” kann nur in Bezug mit Exchange Server 2010 Mailboxen (z.B. lokaler Exchange) eingesetzt werden, diese kann nicht im Zusammenhang mit Exchange Online Mailboxen genutzt werden.
Das Beweissicherungsverfahren kann bereits auf Exchange Online Plan 1 Postfächer aktiviert werden, aber nur für einen eingeschränkten Zeitraum (max. 30 Tage). Falls das Beweissicherungsverfahren für alle Mailboxen über die 30 Tage hinaus aktiviert wird, zum Beispiel als “Legal Hold”, dann sind Exchange Online Plan 2 Lizenzen notwendig.
Freundliche Grüsse
Fabrizio Lamari
Paninfo AG
Hallo Fabrizio,
das Thema Online-Archivierung ist nich richtig. Mit den E-Plänen und ich denke auch mit dem Einzeldienst Exchange Online Plan 2, kannst Du die Exchange Online-Archivierung dazu buchen für netto 3,57 Euro pro Benutzer. Also es geht sowohl für die On-premise Variante, als auch die Microsoft Online Service Variante. So jedenfalls meine Informationen und praktischen Erfahrungen, denn wir haben die Archivierung bei uns selbst getestet. Was noch nicht so schön ist, ist eben das Handling bei einer Rückholung, wie von Felix beschrieben. Ich könnte mir aber vorstellen, dass dieses bald genauso über das Online-Portal von Forefront gehen wird (dies ist aber nur MEINE Vermutung)
Lieber Gruß Kerstin